Medienberichte

Trotzige Disziplin in Grün – In der Kenia-Koalition muss die Ökopartei viel einstecken

Magdeburg – Es dauert eine volle Stunde, bis sich der erste Grüne tatsächlich gegen die Koalition ausspricht. „Für mich ist Kenia gescheitert“, sagt Parteimitglied Stefan Krabbes ins Mikrofon. „Und zwar am desolaten Zustand der CDU.“ Die Führungsschwäche der Christdemokraten? Sie sei selbst durch den Ministerpräsidenten nicht zu beheben. „Für mich ist Reiner Haseloff eine lame duck ohne Einfluss auf die eigenen Leute“. Eine lahme Ente also, ohne Autorität. Krabbes sagt: Die CDU muss aufhören, die eigenen Probleme zum Problem der Koalition zu machen.

Krisen-Parteitag der Grünen: Basis ist staatsmännisch und diszipliniert

Damit trifft Krabbes zum einen den Ton auf diesem kleinen Krisen-Parteitag: Viele Grüne schießen am Sonntag scharf gegen die CDU, weil sie sich vom konservativen Bündnispartner vorgeführt fühlen. Andererseits bleibt Krabbes’ Einschätzung jedoch eine Einzelmeldung: Die grüne Parteibasis – eigentlich für herzhafte Streitlust bekannt – gibt sich in Sachsen-Anhalts Koalitionskrise staatsmännisch und diszipliniert. Mit trotzigem Stolz sagt die Bundestagsabgeordnete Steffi Lemke: „Die grüne Basis hat in den letzten Jahren mehr Regierungsfähigkeit entwickelt als manche Abgeordnete der CDU-Landtagsfraktion.“ […]

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung ©2018